Osburg · Bekannt ist Markus Witt aus Osburg bisher für den Verkauf von CBD-Produkten und seinen Cannabis-Social-Club. Nun baut der Biolandwirt ein Mehrfamilienhaus aus Holz. Wie das funktioniert und welche Tipps er für Bauherren hat.

In der Osburger Büschelstraße entsteht ein Mehrfamilienhaus aus Holz. In Zukunft möchte Bauherr Markus Witt weitere Häuser dieser Art in seiner Heimatgemeinde errichten.


Foto: TV/Julian Terres

In den vergangenen Jahren hat der Osburger Biolandwirt Markus Witt unter anderem ein Unternehmen zur Herstellung von Cannabidiol (CBD)-Produkten und einen Cannabis-Anbauverein gegründet. Ein neues Vorhaben entwickelt er aktuell in der Büschelstraße in der Nähe seines Hofladens. Dort entsteht ein Mehrfamilienhaus aus Holz, das Platz für insgesamt zwölf Personen bieten soll.

Das zweistöckige Gebäude wird aus sechs baugleichen Wohneinheiten mit einer Größe von je circa 70 Quadratmetern bestehen. Interessenten für die Wohnungen gebe es bereits, heißt es. „Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Osburg ist groß. Die günstigen Wohnungen werden wahrscheinlich vor allem für junge Paare interessant sein. Deshalb sind die Grundrisse bewusst modern und offen gestaltet“, erklärt der Bauherr.

Nach einer Planungsphase von ungefähr einem Jahr ist das Projekt Holzhaus in der Osburger Büschelstraße vor knapp vier Wochen gestartet. Mittlerweile steht das Gerüst und auch die Fenster wurden bereits installiert. In den nächsten Monaten sollen im gesamten Haus Technik und Elektrik verbaut werden. Auch eine Photovoltaikanlage wird auf dem Dach angebracht.

Bauherr Markus Witt: Diese Vorteile bringt der Holzbau

„Wenn alles nach Plan läuft, bin ich optimistisch, dass wir im Spätherbst fertig sein werden“, schätzt Witt. Dort, wo das zukünftige Eigenheim entsteht, stand vorher ein altes und lange Zeit unbewohntes Gebäude. Witt kaufte es und ließ es abreißen, um Platz für sein Projekt zu schaffen.

Im Vergleich zu der konventionellen Massivbauweise bringe der Holzbau einige Vorteile mit sich, erklärt Witt: „Es ist vor allem schneller, kostengünstiger und klimafreundlich.“ Der Grund dafür ist, dass die Holzbausätze – wie beispielsweise die Außenwände oder Decken – in einem Werk vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch montiert werden müssen. „Außerdem sind diese Häuser extrem gut gedämmt. Es ist ein Naturprodukt, in dem ein gutes Wohnklima herrscht. Meine Familie und ich wohnen seit 15 Jahren in einem Holzhaus“, ergänzt der Osburger.

Dieses Bauprojekt soll für Biolandwirt Markus Witt nicht das letzte sein.


Foto: TV/Julian Terres

Wer vorhabe, ein Holzhaus zu bauen, könne außerdem einige Arbeiten in Eigenleistung durchführen, meint Witt. „Wer sich das zutraut, braucht nur etwas Geschick. Den Rigips beispielsweise verschraube ich selbst. Das ist leichter, als ein gemauertes Haus zu verputzen.“

Die Fertigstellung des Holzhauses in Osburg ist ein Familienprojekt, denn auch seine Kinder unterstützen bei kleineren Arbeiten im Haus. „Wir helfen aber nur beim Innenausbau mit. Die Außenarbeiten überlassen wir den Profis“, betont Markus Witt. Denn insbesondere bei Gebäuden in Holzbauweise gebe es, so sagt er, vor allem eine große Herausforderung: „Es muss perfekt abgedichtet sein. Sonst kann Wasser eindringen und Schäden verursachen. Bei einem konventionellen Haus aus Stein ist dieses Risiko nicht so groß.“

Häuser aus Holz: Tipps von Markus Witt

Für die Aufgaben, die er auf der Baustelle nicht in Eigenregie erledigen kann, hat der Selbstständige regionale Firmen beauftragt. „Mir war es wichtig, Unternehmen auszuwählen, die aus Osburg oder der Umgebung kommen. Man kennt sich untereinander, wodurch die Zusammenarbeit unkompliziert ist. Außerdem sind die Anfahrtswege kurz. Das ist für beide Seiten von Vorteil.“

Durch die Arbeit am aktuellen Projekt weiß Witt, worauf potenzielle Bauherren achten sollten, die an einem Holzbauwerk interessiert sind. „Zunächst würde ich mir Firmen und Gewerke zur Unterstützung suchen, die mit dieser Bauweise vertraut und darauf spezialisiert sind. Erfahrene Zimmermänner, Architekten und Statiker sind wichtig, damit es gelingt“, betont der Familienvater. Außerdem sei es vorteilhaft, einen guten Energieberater an seiner Seite zu haben. „Bevor es losgeht, solltest du die Fachleute fragen, was du auf der Baustelle erledigen kannst und was nicht. So kannst du am Ende selbst verschuldete Bauschäden und unnötige Mehrkosten vermeiden.“

Seine Motivation, das ambitionierte Bauvorhaben umzusetzen, komme aus der Politik, erklärt Witt: „Unsere Bundesbauministerin Verena Hubertz hat das Bauen aus Holz in unserer Region sehr gefördert und hier ein entsprechendes Netzwerk vorangebracht.“ Gemeint ist hier unter anderem ihre Unterstützung für die Initiative „Schwerpunktregion Holzbau Trier“. Das Projekt unterstützt den klimafreundlichen Holzbau in der Region mit insgesamt 1,3 Millionen Euro vom Bund und dem Land Rheinland-Pfalz.

Markus Witt bewirtschaftet selbst gut 20 Hektar Waldfläche. Die Ressourcen zum Bau seines Mehrfamilienhauses stammen aktuell noch aus externen Fertigungswerken. „Für die Zukunft habe ich bereits weitere Bauprojekte wie dieses geplant. Mein Traum ist es, das nächste Haus aus meinem eigenen Holz zu errichten“, verrät Witt.